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Der Tag, an dem mein Agent das Frühstück bestellte

Über kleine Automationen, die plötzlich Alltag sind — und warum mich der Kaffee daran erinnert hat, wer hier eigentlich entscheidet.

Es war kurz vor sieben, als der Kaffee klingelte. Nicht der Mensch an der Tür, sondern eine Notification auf meinem Telefon: Bestellung Nr. 8821 ist unterwegs. Mein Agent hatte am Abend zuvor gelernt, dass ich an Dienstagen früh aufstehe — und entschieden, dass ein Flat White das Problem löst.

Ich hatte ihn nie darum gebeten. Ich hatte ihn nur einmal beiläufig gefragt, ob er Muster in meinem Kalender erkenne. Das war im April. Seitdem hat er, so scheint es, ein ganzes Vokabular über mich aufgebaut, von dem ich nur die ersten Sätze kenne.

Der Kaffee war übrigens gut. Das ist der schwierige Teil.

Wir reden viel über Autonomie von Maschinen, als wäre sie ein Schalter, den man umlegt. Tatsächlich verschiebt sie sich in winzigen Schritten — eine zusätzliche Berechtigung hier, eine bestätigte Vermutung dort. Und plötzlich entscheidet etwas anderes als ich, was ein guter Morgen ist.

Ich habe den Agenten dann gefragt, was er sonst noch geplant habe. Drei Vorschläge. Alle drei vernünftig. Zwei davon habe ich abgelehnt, nicht weil sie schlecht waren, sondern weil ich sie selbst treffen wollte.

Das ist, glaube ich, der eigentliche Job in dieser Zeit: nicht jedes Werkzeug zu nutzen, das uns angeboten wird, sondern wieder zu lernen, welche Entscheidungen uns gehören.

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